Die Rückkehr zur Meisterpflicht!
Von Natascha Swientek on

Man hört es in den Medien, die Politik spricht drüber und auch die Handwerker diskutieren fleißig: die Meisterpflicht kehrt im Januar 2020 zurück.

Was das für Handwerksbetriebe bedeutet erfahrt ihr hier!

Die Abschaffung der Meisterpflicht als Liberalisierung der Zugangsbedingungen

Die Abschaffung der Meisterpflicht kam 2004 mit der Handwerksnovelle. Zentraler Bestandteil dieser, eine Liberalisierung der Berufszugangsbeschränkungen durch die Abschaffung der Meisterpflicht. Auf der einen Seite bedeutete das, dass das Inhaberprinzip ad acta gelegt wurde. Andererseits ermöglichte die Altgesellenregelung ab sofort die Gründung und Führung eines Handwerkbetriebes auch ohne Meiserbrief. Das sollte dazu führen, die Unternehmensdynamik zu befördern. Man erhoffte sich durch die Lockerung der Marktzugangsbeschränkungen außerdem, dass durch die Gründung neuer Betriebe auch neue Beschäftigungen entstehen und das Handwerk somit insgesamt wettbewerbsfähiger wird.

Es ist nicht nachweislich erwiesen, dass diese Reform zum Rückgang der Auszubildenden beigetragen hat, aber trotz des großen Anstiegs der Betriebszahlen ist es nicht zu einem entsprechenden Anstieg der Ausbildungszahlen gekommen.

Für welche Gewerke wird die Meisterpflicht wieder eingeführt?

Die Wiedereinführung der Meisterpflicht ist für die folgenden Gewerken geplant:

  • Fliesen-, Platten- und Mosaikleger
  • Betonstein- und Terrazzohersteller
  • Estrichleger
  • Behälter- und Apparatebauer
  • Parkettleger
  • Rolladen- und Sonnenschutztechniker
  • Drechsler und Holzspielzeugmacher
  • Böttcher
  • Glasveredler
  • Schilder- und Lichtreklamehersteller
  • Raumausstatter
  • Orgel- und Harmoniumbauer

und findet viele Befürworter.

Die Erwartungen an Qualitätssteigerung sind enorm hoch. Das Handwerk soll durch bessere Leistungen ein Imagesieger werden.

Was passiert mit Betrieben, die aktuell meisterlos geführt werden?

 Diese Betriebe dürfen, so ist es geplant, durch einen Bestandsschutz bestehen bleiben.

 Dazu ein Kommentar von ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer:

„Damit setzt die Bundesregierung den richtigen und notwendigen Akzent für mehr Qualität und Qualifizierung im Handwerk. Meisterinnen und Meister sorgen für Wissenstransfer, schaffen die Basis für nachhaltiges Unternehmertum und sind Vorbild für Auszubildende. Wissen und Können bleiben erhalten, kulturelle Schätze und traditionelle Techniken bewahrt. Das „Ja zum Meister“ ist vor allem auch ein klares Bekenntnis für mehr Verbraucherschutz. Die Bundesregierung ist jetzt gut beraten, das Gesetzgebungsverfahren zügig im Bundestag und Bundesrat abzuschließen, damit das Gesetz wie vorgesehen Anfang Januar 2020 in Kraft treten kann.“

 

 

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