Neue Aufträge zu finden, gehört für Handwerksbetriebe zum Geschäft – auch wenn die Auftragsbücher grundsätzlich gut gefüllt sind. Mal entsteht kurzfristig eine Lücke, mal soll ein neuer Mitarbeiter ausgelastet werden, ein zusätzliches Team wachsen oder ein neues Gewerk bzw. eine neue Region erschlossen werden.
Dabei gibt es heute deutlich mehr Möglichkeiten als klassische Werbung und Weiterempfehlungen. Vom einzelnen Endkundenauftrag über regelmäßig wiederkehrende Installationen bis zum mehrmonatigen Einsatz auf einer Großbaustelle reicht die Bandbreite.
Doch welcher Akquiseweg passt zu welchem Betrieb?
Wo können Handwerker neue Aufträge finden?
Handwerksbetriebe können neue Aufträge über Bestandskunden und Empfehlungen, Endkundenportale, B2B-Auftragsplattformen, Kooperationen mit anderen Handwerksbetrieben sowie Partnernetzwerke von Händlern, Herstellern und anderen Unternehmen gewinnen.
Welcher Weg am besten geeignet ist, hängt vor allem davon ab, welche Aufträge gesucht werden, wo freie Kapazitäten bestehen und ob es um einen einzelnen Auftrag oder den Aufbau einer längerfristigen Zusammenarbeit geht.
Unsere Checkliste zeigt sieben Möglichkeiten – mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen.
Der einfachste neue Auftrag kommt häufig von einem bestehenden Kunden. Wer bereits gute Arbeit geleistet hat, muss Vertrauen nicht erst neu aufbauen.
Deshalb lohnt sich der regelmäßige Kontakt zum eigenen Kundenstamm: Stehen Wartungen oder Modernisierungen an? Gibt es weitere Gebäude oder Standorte? Werden zusätzliche Leistungen benötigt? Oder kann der Betrieb weiterempfohlen werden?
Gerade Betriebe mit einem größeren Kundenbestand sollten Bestandskunden deshalb nicht nur verwalten, sondern aktiv als Akquisequelle nutzen.
Geeignet für: nahezu jeden Handwerksbetrieb
Vorteil: hoher Vertrauensvorschuss und gute Abschlusschancen
Darauf achten: Das Potenzial ist durch den bestehenden Kundenstamm begrenzt.
Empfehlungen gehören zu den stärksten Akquisewegen im Handwerk. Trotzdem überlassen viele Betriebe sie dem Zufall.
Neben Empfehlungen durch zufriedene Kunden können auch Kooperationen mit Architekten, Energieberatern, Hausverwaltungen oder Betrieben angrenzender Gewerke neue Aufträge bringen. Für einen Elektriker kann beispielsweise der Kontakt zu einem SHK-Betrieb interessant sein, für einen Fliesenleger die Zusammenarbeit mit einem Badsanierer.
Besonders wertvoll sind solche Netzwerke, wenn daraus nicht nur einzelne Aufträge, sondern dauerhafte Geschäftsbeziehungen entstehen.
Geeignet für: Betriebe mit bestehendem Kunden- und Partnernetzwerk
Vorteil: hoher Vertrauensvorschuss
Darauf achten: Empfehlungen sind nur bedingt plan- und skalierbar.
Endkundenportale bringen private Auftraggeber und Handwerksbetriebe zusammen. Der Kunde beschreibt sein Vorhaben, interessierte Betriebe können sich melden oder ein Angebot abgeben.
Das kann gerade für kleinere Betriebe oder zum Füllen kurzfristiger Kapazitätslücken interessant sein.
Allerdings lohnt sich ein genauer Blick auf die Qualität der Anfragen. Je nach Plattform können mehrere Handwerker um dieselbe Anfrage konkurrieren. Hinzu kommt: Nicht hinter jeder Anfrage steht bereits eine konkrete Auftragsentscheidung. Manchmal möchte ein Endkunde zunächst Preise vergleichen oder eine erste Einschätzung erhalten.
Auch die Bandbreite der Aufträge ist groß. Neben interessanten Projekten können viele kleine Einzelaufträge stehen, für die Anfahrt, Besichtigung, Beratung und Angebot trotzdem Zeit kosten.
Entscheidend ist deshalb nicht die Zahl der erhaltenen Leads, sondern die Frage:
Wie viele Anfragen werden tatsächlich zu wirtschaftlich interessanten Aufträgen?
Geeignet für: Betriebe, die gezielt Privatkundengeschäft suchen
Vorteil: Zugang zu regionaler Endkundennachfrage
Darauf achten: Wettbewerb pro Anfrage, Aufwand bis zum Auftrag und tatsächliche Abschlussquote
Eine andere Möglichkeit bieten B2B-Plattformen für Handwerksaufträge.
Hier treffen Handwerksbetriebe nicht auf einzelne Endkunden, sondern auf andere Handwerksbetriebe und Unternehmen, die Kapazitäten für ihre Aufträge und Projekte suchen.
Wichtig dabei: B2B sagt zunächst nichts über die Größe eines Auftrags aus.
Die Bandbreite kann sehr unterschiedlich sein.
Ein Unternehmen sucht beispielsweise regional oder deutschlandweit Handwerksbetriebe für regelmäßig anfallende Wallbox-Installationen bei seinen Endkunden. Ein Handwerksbetrieb benötigt Unterstützung für ein einzelnes Projekt. Ein Generalunternehmer sucht einen Nachunternehmer für einen mehrmonatigen Trockenbau-Einsatz in einem Krankenhaus.
Vom einzelnen Montageauftrag bis zum Großprojekt ist also vieles möglich.
Der entscheidende Unterschied zum klassischen Endkundenlead liegt häufig in der Geschäftsbeziehung hinter dem Auftrag: Aus einem erfolgreich ausgeführten ersten Auftrag kann ein Auftraggeber entstehen, der regelmäßig weitere Projekte oder Installationen vergibt.
Nicht nur den nächsten Auftrag finden – sondern den nächsten Auftraggeber
Genau darin liegt für Handwerksbetriebe ein interessantes Potenzial von B2B-Netzwerken.
Ein einzelner Installationsauftrag muss nicht besonders groß sein, wenn dahinter beispielsweise ein Unternehmen steht, das anschließend regelmäßig weitere Installationen in derselben Region vergeben kann.
Auf Handwerk Connected finden Handwerksbetriebe solche Aufträge und Kooperationsmöglichkeiten von anderen Handwerksbetrieben und Unternehmen. Betriebe können gezielt nach passenden Aufträgen für ihr Gewerk und ihre Region suchen.
Geeignet für: Betriebe mit freien Kapazitäten, Wachstumsplänen oder Interesse an zusätzlichen B2B-Auftraggebern
Vorteil: vom Einzelauftrag bis zum Großprojekt – mit Potenzial für Folgeaufträge und langfristige Partnerschaften
Tipp: Aktuelle Aufträge auf Handwerk Connected ansehen
Beide Modelle können für Handwerksbetriebe sinnvoll sein. Sie erfüllen jedoch unterschiedliche Zwecke.
| Endkundenportal | B2B-Auftragsplattform |
Auftraggeber | überwiegend Privatkunden | Handwerksbetriebe und Unternehmen |
Aufträge | meist einzelner Endkundenauftrag | vom Einzelauftrag bis zum Großprojekt |
Beispiele | Reparatur, Renovierung, einmalige Installation | einzelne Montage, wiederkehrende Installationen, Nachunternehmerleistung, Großprojekt |
Wettbewerb | häufig mehrere Handwerker pro Anfrage | abhängig vom jeweiligen Vergabeprozess |
Folgepotenzial | neuer Kunde bedeutet meist neue Akquise | aus einem Kontakt können weitere Aufträge entstehen |
Besonders interessant für | lokales Privatkundengeschäft | zusätzliche Aufträge, Auslastung und B2B-Partnerschaften |
Es geht also weniger um die Frage, welches Modell grundsätzlich „besser“ ist.
Wer gezielt Privatkunden gewinnen möchte, kann mit einem Endkundenportal richtig liegen. Wer dagegen zusätzlich Aufträge von anderen Betrieben und Unternehmen sucht und die Chance auf wiederkehrende Zusammenarbeit nutzen möchte, sollte B2B-Auftragsplattformen in seinen Akquise-Mix aufnehmen.
Ein weiterer Akquiseweg wird von Handwerksbetrieben häufig unterschätzt: Große Unternehmen haben bereits Kunden und Nachfrage – benötigen für die Umsetzung aber regionale Handwerkspartner.
Das betrifft beispielsweise Baumärkte, Onlinehändler, Hersteller oder andere Unternehmen, die ihren Kunden neben einem Produkt auch Installation, Montage oder weitere Handwerksleistungen anbieten möchten.
Für den Handwerksbetrieb verändert sich dadurch die Akquise.
Der Betrieb muss nicht zunächst selbst Geld und Zeit investieren, um überhaupt einen interessierten Endkunden zu finden. Die Nachfrage ist bereits entstanden. Jetzt kommt es darauf an, mit Qualifikation, Verfügbarkeit, Leistung und einem passenden Angebot zu überzeugen.
Beispiel: Handwerksaufträge über OBI
Ein konkretes Beispiel sind Aufträge, die über das Partnernetzwerk von OBI entstehen.
Handwerksbetriebe können sich über Handwerk Connected für eine Zusammenarbeit informieren und erfahren auf unserer Premium-Partner-Seite, welche Leistungen gesucht werden, wie die Zusammenarbeit funktioniert und wie sie ihr Interesse an einer Kontaktaufnahme anmelden können.
Mehr über Aufträge und die Zusammenarbeit mit OBI erfahren
Das Interessante an solchen Modellen: Aus einem erfolgreichen Auftrag können weitere entstehen. Für einen Handwerksbetrieb kann deshalb auch ein vergleichsweise kleiner einzelner Montageauftrag wirtschaftlich attraktiv sein, wenn daraus eine regelmäßige Zusammenarbeit mit einem größeren Auftraggeber entsteht.
Geeignet für: professionell aufgestellte Betriebe mit freien oder zusätzlichen Kapazitäten
Vorteil: Zugang zu bereits vorhandener Kundennachfrage und Chance auf wiederkehrende Aufträge
Darauf achten: Anforderungen, Prozesse und Konditionen des jeweiligen Partnernetzwerks
Nicht jeder Auftrag, den ein Handwerksbetrieb gewinnt, kann mit der eigenen Mannschaft umgesetzt werden.
Vielleicht fehlen kurzfristig Mitarbeiter. Ein bestimmtes Gewerk wird benötigt. Der Projektstandort liegt außerhalb des eigenen Einsatzgebietes. Oder ein größerer Auftrag übersteigt schlicht die eigenen Kapazitäten.
Daraus entsteht ein eigener B2B-Auftragsmarkt innerhalb des Handwerks.
Wer mit anderen Betrieben vernetzt ist, kann davon in beide Richtungen profitieren:
Aufträge übernehmen, wenn Kapazitäten frei sind – und Partner finden, wenn die eigene Mannschaft Unterstützung benötigt.
Auch dafür ist Handwerk Connected gedacht. Handwerksbetriebe können dort nicht nur Aufträge finden, sondern auch eigene Aufträge einstellen und nach geeigneten Partnerbetrieben suchen.
Handwerksaufträge und Partnerbetriebe auf Handwerk Connected finden
Eine hohe Zahl an Leads klingt zunächst attraktiv. Für einen Handwerksbetrieb ist sie aber nur dann wertvoll, wenn daraus passende Aufträge entstehen.
Deshalb lohnt es sich, jeden Akquiseweg anhand einiger einfacher Fragen zu bewerten:
Ein kleiner Montageauftrag kann wirtschaftlich interessanter sein als ein deutlich größeres Einzelprojekt, wenn dahinter ein Auftraggeber steht, der regelmäßig weitere Aufträge vergibt.
Umgekehrt kann ein einzelner attraktiver Großauftrag genau die richtige Lösung sein, um freie Kapazitäten über mehrere Wochen oder Monate auszulasten.
Entscheidend ist deshalb nicht möglichst viel Nachfrage, sondern die richtige Nachfrage für den eigenen Betrieb.
Aufträge finden als Handwerker: Welcher Weg ist der richtige?
Den einen perfekten Akquiseweg gibt es nicht.
Bestandskunden und Empfehlungen bieten einen hohen Vertrauensvorschuss. Endkundenportale können Zugang zu neuen Privatkunden schaffen. B2B-Plattformen eröffnen den Zugang zu Aufträgen anderer Handwerksbetriebe und Unternehmen. Und Partnernetzwerke von Händlern oder Herstellern können bereits vorhandene Kundennachfrage mit regionalen Handwerkskapazitäten zusammenbringen.
Für viele Betriebe ist deshalb ein Mix sinnvoll.
Besonders interessant wird die Akquise dort, wo ein Betrieb nicht für jeden Auftrag wieder bei null anfangen muss.
Denn langfristig ist nicht nur entscheidend, den nächsten Auftrag zu finden.
Noch wertvoller kann es sein, den nächsten Auftraggeber zu finden.
Neue Handwerksaufträge können unter anderem über Bestandskunden, Empfehlungen, Endkundenportale, B2B-Auftragsplattformen, Kooperationen mit anderen Handwerksbetrieben und Partnernetzwerke größerer Unternehmen gewonnen werden. Welcher Weg sinnvoll ist, hängt von Gewerk, Region, freien Kapazitäten und der gewünschten Art der Aufträge ab.
Unternehmen vergeben Handwerksaufträge beispielsweise über eigene Partnernetzwerke, Generalunternehmer oder spezialisierte B2B-Plattformen. Auf Handwerk Connected können Handwerksbetriebe Aufträge von anderen Betrieben und Unternehmen finden – vom einzelnen Montageauftrag über wiederkehrende Installationen bis zu umfangreicheren Projekten.
Endkundenportale bringen überwiegend private Auftraggeber mit Handwerkern zusammen. B2B-Auftragsplattformen verbinden Handwerksbetriebe dagegen mit anderen Handwerksbetrieben und Unternehmen. Dadurch kann neben einem einzelnen Auftrag auch eine längerfristige Geschäftsbeziehung mit wiederkehrenden Aufträgen entstehen.
Nein. B2B beschreibt die Geschäftsbeziehung und nicht die Auftragsgröße. Aufträge können von einzelnen Montagen oder regelmäßig wiederkehrenden Installationen bis hin zu mehrmonatigen Einsätzen und großen Bauprojekten reichen.
Baumärkte und andere Händler können mit regionalen Handwerks- und Montagepartnern zusammenarbeiten, um Leistungen für ihre Kunden umzusetzen. Handwerksbetriebe können sich für entsprechende Partnernetzwerke qualifizieren oder ihr Interesse an einer Zusammenarbeit anmelden. Hier können interessierte Betriebe beispielsweise mehr über die Zusammenarbeit mit unserem Partner OBI erfahren und eine Kontaktaufnahme anfragen.
Ja. Handwerk Connected ist eine B2B-Plattform für das Handwerk. Handwerksbetriebe können dort passende Aufträge finden und sich mit anderen Betrieben sowie gewerblichen Auftraggebern vernetzen. Das Spektrum reicht von einzelnen und wiederkehrenden Montageaufträgen bis zu größeren Projekten und längerfristigen Kooperationen.
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