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Digitalisierung im Handwerk: Transformation als ständiger Prozess

Digitalisierung im Handwerk: Transformation als ständiger Prozess

Das Handwerk hat sich über viele Jahrhunderte stetig weiterentwickelt. Jede neue Erfindung führte dazu, dass sich auch die Menschen verändern mussten, die mit dem Handwerk ihren Lebensunterhalt verdienten.

Geschichte des Handwerks im Wandel der Zeit

Die ersten Handwerker waren Urzeitmenschen, die aus Holz und Steinen ihre eigenen Waffen zum Jagen herstellten oder Utensilien formten, um damit ein Essen zuzubereiten. Damals konnten die Menschen gleich mehrere Hilfsmittel und Werkzeuge produzieren. Die Spezialisierung auf ein bestimmtes Handwerk fehlte vor tausenden Jahren noch. Viele neue Entdeckungen und Erfahrungen führten erst später dazu, dass sich die ersten Experten für handwerkliche Aufgaben fanden. Durch die Zunahme der Handelsrouten durch Europa und Asien erweiterte sich der Wirtschaftsraum und damit auch das Handwerk.

In der Antike gab es erste Spezialisten im Handwerk, die in der Lage waren, komplexe Aufgaben zu erledigen. Einige Fachleute konnten Erze wie Gold oder Bronze zu hochwertigen Gütern verarbeiten, während andere Handwerker großes Geschick für den Bau von Gebäuden mitbrachten. Als durch die Entwicklung der Landwirtschaft auch die Bevölkerung wuchs, entstanden zahlreiche neue Berufe im Handwerk. Immer mehr Menschen verdienten den Lebensunterhalt für sich und ihre Familien, indem sie Produkte und Güter herstellten und verkauften.

Transformation der Handwerkskultur über Jahrhunderte

Die Handwerkskultur veränderte sich permanent, weil neue Gewerke hinzu kamen oder neue Rohstoffe entdeckt wurden. Das Handwerk war dadurch einem stetigen Wandel ausgesetzt und musste sich bereits frühzeitig den neuen Entwicklungen anpassen. Als sich antike Gesellschaften, die tausende von Jahren überlebten, im Zerfall wiederfanden, flachte auch das Handwerk ab.

Die Handelsrouten veränderten sich und die Warenwirtschaft passte sich dieser Entwicklung an. Beim Übergang der antiken Gesellschaft ins Mittelalter zerfiel auch das komplexe Wirtschaftssystem. Der Fernhandel ging immer weiter zurück und führte in vielen Regionen zum Umdenken, weil bisher bezogene Rohstoffe aus anderen Ländern nicht mehr verfügbar waren. Auch das Handwerk blieb teilweise auf der Strecke. Es erholte sich erst wieder mit dem Aufblühen der Städte im Hochmittelalter vor etwa eintausend Jahren.

Handwerk im Mittelalter

Die Zeit des Mittelalters brachte neue Handelswege und mit Erfindungen wie dem Buchdruck auch neue Aufgaben für das Handwerk. Gerade diese Neuerung erschien zur damaligen Zeit den Handwerkern als Revolution. Einerseits, weil Gutenberg als Erfinder keiner Zunft angehörte und er mit dem Buchdruck auch dafür sorgte, dass sich neue Handwerksberufe entwickeln konnten. Allgemein war das Handwerk als verbreitete Tätigkeit sehr stark ausgerichtet an der urbanen Besiedlung von Städten.

Dort fanden Märkte statt, um Waren zu tauschen oder damit zu handeln. Auch die Werkstätten sprossen aus dem Boden, denn die Städte waren nicht nur Marktplatz, sondern auch Handelsplatz.

Prägend für das Mittelalter war die Gründung von Vertretungen, die das Handwerk gegenüber anderen Interessensgruppen, der Kirche oder des Adels vertraten. Meist entstand in diesen Zünften auch ein starkes politisches Streben um Mitsprache, Macht und Geld. Nicht selten waren Handwerker in Aufstände verwickelt. In einer Zunft war geregelt, wer überhaupt Handwerker sein durfte und wie die Ausbildung verlaufen musste. Junge Handwerker wurden sogar auf Wanderschaft geschickt, um die Arbeitskräfte gleichmäßig zu verteilen. Handwerksgesellen sammelten auf den Reisen ihre Erfahrungen und machten sich mit neuen Arbeitsmitteln und modernen Arbeitstechniken vertraut.

Anpassung als stetiger Begleiter in Handwerksbetrieben

Schon damals galt wie heute bei der Digitalisierung des Handwerks, dass Wandel vor allem dafür sorgte, dass neue Gewerke entstanden. Wer nicht mit der Zeit ging, wurde vom Wettbewerb verdrängt. Früher war es der Holzschnitzer, dessen Waren, wie Schuhe oder Schalen, im Alltag durch Textilien und metallische Güter verdrängt wurden. Er musste sich neu orientieren, um durch seine Handwerkskunst weiterhin leben zu können. Also richtete er sich neu aus und produzierte fortan Holzkunst.

Den schwierigsten Prozess des Wandels durchlief das Handwerk im Zuge der industriellen Revolution. Es entstanden rechtliche Grundlagen, die es jedem Menschen ermöglichten, sich handwerklich zu betätigen. Bisherige Handwerker, die sich noch im Mittelalter in ihren Zünften unter sich wähnten und durch ihre Spezialisierung häufig konkurrenzlos blieben, mussten sich nun gegen neue Mitbewerber behaupten.

Ein weiterer Aspekt erforderte von alteingesessenen Handwerkern ebenso ein Umdenken. Bis in das 19. Jahrhundert hinein wurde das Wissen und die Kunst des jeweiligen Handwerks oft innerhalb der Familie an die nächste Generation weitergegeben. Für die Ausbildung des Handwerker-Nachwuchses existierten keine Standards. Jeder Meister gab sein eigenes Wissen auf individuelle Weise an die Schüler weiter.

Erst mit der Einführung von neuen Gewerbeordnungen wurden Normen für das Handwerk definiert und zu einem Fundament der dualen Ausbildung. Auch hier mussten sich sowohl Meister als auch Lehrlinge im Handwerk mit den neuen Gegebenheiten arrangieren, nicht mehr nur der praktischen Arbeit im Betrieb nachzugehen, sondern auch die Schulbank zu drücken. Wer zudem Handwerker ausbilden wollte, brauchte nun auch einen Meisterbrief und musste dafür eine entsprechende Weiterbildung und Prüfung ablegen. Die Bereitschaft zur Entwicklung für den Erhalt eines Meisterbriefes lässt sich auch auf die Digitalisierung im Handwerk übertragen.

Herausforderungen des Handwerks neben der Digitalisierung

Die Digitalisierung im Handwerk ist nur ein Thema, mit dem sich alle handwerklichen Betriebe, Selbstständigen und die Mitarbeitenden in den Unternehmen zukünftig verstärkt beschäftigen müssen. Eine Aufgabe besteht darin, den Nachwuchs für Handwerksbetriebe zu begeistern und gerade die Fähigkeiten der Generation Z, die im digitalen Umfeld aufwächst, für Innovationen in der Branche zu nutzen. Dazu gehört auch, das Potenzial junger Menschen zu nutzen und ihnen aufzuzeigen, dass digitale Themen auch im Handwerk eine bedeutende Rolle spielen.

Die eröffnet daher die Chance für das Handwerk, sich auf dem Arbeitsmarkt als moderner und attraktiver Arbeitgeber zu zeigen und Auszubildende anzulocken. Handwerksbetriebe mit digitaler Reife verschaffen sich einen Vorteil gegenüber Wettbewerbern, die lediglich mit traditionellen Werten aufwarten können. Besonders die demografische Entwicklung zwingt Unternehmen aus dem Handwerk zu diesem Schritt, mit dem digitalen Wandel auch Nachwuchs für die Branche zu gewinnen.

Außerdem stehen Handwerksbetriebe im Mittelstand immer auch in Konkurrenz zu Unternehmen mit einer industriellen Ausrichtung. Das gilt besonders auch für digitale Innovationen, die im Handwerk eher auf Prozesse im Betrieb ausgerichtet sind und weniger auf Anwendungen für Verbraucher und Kunden. Genau darin liegt jedoch auch der Vorteil, um das Thema Digitalisierung in kleineren Betrieben und mittleren Unternehmen voranzubringen. Als Beispiel lassen sich hier neue Technologien wie Software oder Apps nennen. Interessant sind jedoch auch innovative Geschäftsmodelle und Dienstleistungen, die auf digitalen Technologien beruhen. Damit können mittelständische Unternehmen des Handwerks einen wichtigen Schritt in die Zukunft gehen.

Für die Umsetzung der Digitalisierung im Handwerk bieten Bund und Handwerkskammern zahlreiche Möglichkeiten der Förderung an. Informiere Dich über die der Digitalisierung im Handwerk.

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