Der Begriff stammt aus dem Baurecht und beschreibt die funktionale Aufteilung eines Bauprojekts in spezialisierte Arbeitsbereiche: Rohbau, Elektro, Sanitär, Heizung, Trockenbau, Fliesen, Böden, Maler – jedes ist ein eigenes Gewerk. Die Koordination aller Gewerke ist eine der zentralen Herausforderungen im Bauprojektmanagement.
Jedes Gewerk ist für seine eigene Leistung verantwortlich und haftet gegenüber dem Auftraggeber für Mängel im Rahmen der Gewährleistung. Schnittstellen zwischen Gewerken – z. B. wenn der Estrichleger auf die Arbeit des Heizungsbaues aufbaut – sind häufige Quellen für Konflikte und Mängelstreitigkeiten. Klare schriftliche Abgrenzungen im Vertrag schützen alle Beteiligten.
Praxisbeispiel: Ein Generalunternehmer koordiniert den Innenausbau eines Bürogebäudes. Sechs Gewerke sind beteiligt: Trockenbau, Estrich, Elektro, SHK, Fliesen, Maler. Jedes Gewerk hat einen eigenen Terminplan und klare Vorleistungspflichten. Als der Elektriker den Boden noch nicht frei hat, verschiebt sich der Estrichleger – alle nachfolgenden Gewerke geraten in Verzug. Das zeigt: Gewerk-Koordination ist genauso wichtig wie die handwerkliche Ausführung.
Verwandte Begriffe: Generalunternehmer · Nachunternehmer · Bauphase · Auftragsplanung · Innenausbau
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