Stundensätze sind im Handwerk stark gewerk- und regionenabhängig. Viele Betriebe kennen ihren tatsächlichen Mindeststundensatz nicht – und kalkulieren deshalb unbewusst unter ihren Selbstkosten. Das ist langfristig existenzgefährdend.
Formel: Mindeststundensatz = Jahresgesamtkosten ÷ produktive Jahresstunden. Beispiel: Betrieb mit 3 Mitarbeitern, Jahreskosten 360.000 Euro, 6.000 produktive Stunden = 60 Euro Selbstkosten/Stunde. Mit 20 % Gewinnaufschlag: 72 Euro Stundensatz. Produktive Stunden sind Gesamtstunden minus Urlaub, Krankheit, Verwaltung, Fahrtzeiten.
Marktübliche Stundensätze variieren je nach Gewerk (45–140 Euro), Region (Süddeutschland und Großstädte teurer) und Betriebsgröße. Aktuelle Richtwerte bietet der Preisatlas Handwerk von OneCrew mit jährlich aktualisierten Stundensätzen nach Gewerk und Region.
Ein um 10 Euro zu niedriger Stundensatz bedeutet bei 2.000 produktiven Stunden im Jahr 20.000 Euro entgangener Deckungsbeitrag. Das entspricht oft dem gesamten Jahresgewinn eines kleinen Betriebs.
Verwandte Begriffe: Kalkulation · Controlling · Angebot · Ertragslage
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